Polizeieinsätze in der Bundesliga – Wer zahlt?

      Polizeieinsätze in der Bundesliga – Wer zahlt?

      Polizeieinsätze in der Bundesliga – Wer zahlt?

      Fußball kostet den Bürger und den deutschen Steuerzahler eine Menge Geld. Denn ohne ein Großaufgebot von Polizeibeamten kann heute kaum noch ein Bundesligaspiel am Wochenende stattfinden. Jede Woche zieht der Sport neben den friedlichen Fans auch immer wieder Fans an, die andere bedrohen und die gegen die Gesetze verstoßen. Das bedeutet für die deutsche Polizei, dass immer mehr Aufwand betrieben werden muss, um Profi-Fußballspiele zu sichern.

      Das Problem sind die „Rotspiele", die auch Hochrisikospiele genannt und von tausenden deutschen Polizisten gesichert werden. Es sind Bundesligaspiele, die bei den Behörden mit großem Gewaltpotential eingestuft sind – eben als Alarmstufe Rot. Ein einziges solches Spiel (Beispiel Werder Bremen gegen Hannover 96) verursacht für die Polizeipräsenz 300.000 Euro an Kosten.

      Der Einsatz der Polizeibeamten, die im Stadion Fan-Gruppen trennen und für die Sicherheit im und am Stadion zuständig sind, ist nicht billig. Das Bundesland Bremen hat sich daher an einen Vorstoß gewagt und um nicht alleine auf den Kosten sitzenzubleiben eine Änderung des Gebühren- und Beitragsgesetztes beantragt. In der Begründung hieß es unter anderen, dass bei „gewinnorientierten Großveranstaltungen" auch die Organisatoren Teile der Polizeirechnung zahlen sollen. Es fühlt sich doch ein wenig ungerecht an, wenn ein Bundesland den Schutz der Bürger bei Fußballspielen alleine tragen soll. Viele Menschen fragen sich auch, warum beispielsweise bei einem Basketballspiel meistens nur zwei Polizisten benötigt werden?

      Das Land Bremen sandte der Deutschen Fußball Liga (DFL) für das Fußballspiel Bremen gegen Hamburg (vor zwei Jahren) einen Gebührenbescheid von rund 425.000 Euro. Damals gab es mehrere Massenschlägereien mit Sachschaden und einigen Verletzten. Die Stadt Bremen hatte gute juristische Argumente: Bei Gefahrentransporten muss auch das Unternehmen zahlen, wenn es den Transport polizeilich abgesichert haben will und wenn einem Zirkus ein Tier entläuft, das von der Polizei wieder eingefangen wird, dann muss auch der Direktor für den Einsatz bezahlen und nicht die Stadt oder das Land. Das Bundesland Bremen will für die Kosten der Polizeieinsätze bei Fußballspielen nicht alleine aufkommen und daher forderten die Hanseaten von der DFL eine finanzielle Beteiligung.

      Aber im Fall Bremen zahlte die Fußballliga die Rechnung nicht, sie klagte vor Gericht und siegte. Das Verwaltungsgericht Bremen gab in seiner Urteilsbegründung der Fußballliga Recht. Die Richter erklärten die Bremer Gebührenrechnung in erster Instanz für rechtswidrig und hoben sie mit ihrem Urteil auf. So bekam die Fußballliga Recht und konnte den Vorstoß Bremens abwehren, die Kosten für die Polizeieinsätze für den Profi-Fußball bei Hochrisikospielen mitzutragen. Während der DFL-Präsident Rauball, sich über den Sieg vor Gericht freute, kündigte Bremen weitere Kostenbescheide an. Für sie war das Urteil nur ein Zwischenschritt, weil die Kammer in der mündlichen Verhandlung bestätigte, dass das Gebührengesetz von Bremen verfassungskonform sei.

      Mittlerweile beträgt die Forderung aus dem Bundesland Bremen an die Deutsche Fußballliga für mehrere Hochrisikopartien im Fußball auf über eine Million Euro.

      In Bremen sind laut der ZIS (Zentrale Informationsstelle für Sporteinsätze) über 1.300 Polizisten nötig, die in Vollzeit ausschließlich nur für den Sicherheitsschutz in der ersten und zweiten Liga im Fußballstadion gebraucht werden. Das sind für die Beamten 1,8 Mio Einsatz- bzw. Arbeitsstunden. In der deutschen Bundesliga und in der 2. Liga belaufen sich die Einsätze der Polizei auf rund 90 Millionen Euro. Auch die gesamten Kosten nur für die Einsätze von Polizeibeamten - erste bis vierte Liga - veranschlagt Rainer Wendt (Chef, Deutsche Polizeigewerkschaft) auf stolze 150 Millionen Euro.

      Bisher haben die Sportverbände nichts für die polizeilichen Einsätze bei Fußballspielen bezahlt. Der Grund: Für die öffentliche Ordnung sowie für die Sicherheit der Bürger seien Bund und Länder zuständig. Doch die Gewalt bei Fußballveranstaltungen bewegt sich auf hohem Niveau, allerdings haben die Veranstalter großes Interesse daran, ein gewaltfreies Image zu pflegen. Denn nur dann besuchen auch weiterhin Fans die Fußballspiele in den deutschen Stadien. Auch die Wettfreunde orientieren sich an den heimischen Fußballspielen und möchten friedliche Spiele sowie ein klares Ergebnis. Denn sie platzieren Wettscheine auf ihren Verein und geben Tipps auf Spieler oder Tore ab. Einen guten Buchmacher mit besten Wettquoten findet man hier: sportwette.net..

      Also zahlt der Staat weiterhin die Polizei, da er das Gewaltmonopol hat, um Ordnung und Gefahrenabwehr im öffentlichen Raum zu schaffen. Randalierende Fußballfans sind also seine Sache. Daher muss sich die Fußballliga keine Sorgen machen, aber sie könnten aus politischen Gründen noch mal darüber nachdenken. Das Prinzip ist zwar im Fußball äußerst unbekannt, aber niemand hätte etwas dagegen, wenn der reiche deutschen Fußball sich freiwillig an den hohen Kosten beteiligt. Ohne ihn gäbe es auch keine DFL …
      Tippspielkönig in der Kreisoberliga NVP/RÜG (11/12,12/13,13/14, 14/15) :king :king :king :king