Bundesliga 2012/2013

      1. Bundesliga: Die Bayern sind nicht zu stoppen

      Der FC Bayern München setzt seine beispiellose Siegesserie in der 1. Fußball-Bundesliga fort und hat Fortuna Düsseldorf am Samstag mit 5:0 besiegt. Die Düsseldorfer zeigten sich kämpferisch und gaben sich alle Mühe, das Ergebnis in Grenzen zu halten - allerdings insbesondere in der zweiten Hälfte ohne Erfolg. Die Bayern agierten souverän und bleiben weiterhin unangefochten an der Tabellenspitze.

      Gleichzeitig sind sie mit der Serie aus acht Spielen und acht Siegen zum Saisonstart nun alleiniger Rekordhalter in dieser Disziplin. Die weiteren Ergebnisse von den Samstagnachmittagsspielen am 8. Spieltag: Dortmund - Schalke 1:2, Leverkusen - Mainz 2:2, Wolfsburg - Freiburg 0:2, Frankfurt - Hannover 3:1.



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      Chancenverschwendung

      Spielerische Wellenbewegungen, wie sie Sascha Lewandowski seiner Leverkusener Elf attestierte, konnten stellvertretend für den Gesamteindruck der Liga stehen. Als einzige Konstante schälte sich der Tabellenführer aus München heraus, der der unbeständigen Konkurrenz wieder enteilte.

      „Ich bin sehr froh, dass wir das für uns entschieden haben“, bekannte Werder-Coach Thomas Schaaf. Nachvollziehbar, denn die Mainzer Gäste versiebten im Weserstadion etliche hochkarätige Torchancen, so dass Hunts Doppelpack zum etwas glücklichen 2:1-Sieg der Grünweißen reichte. Eintracht Frankfurt kam beim 1:1-Remis gegen Greuther Fürth mit einem blauen Auge davon und der kämpferisch überzeugende VfB Stuttgart profitierte davon, dass die überlegenen Dortmunder nicht ihren besten Tag in Sachen Torabschluss hatten. Ein besseres Resultat als die 2:3-Niederlage in Sinsheim hätte gewiss Schalkes Leistung verdient - doch auch in dieser Partie entwertete mangelnde Treffsicherheit ein ansonsten gutes Spiel. „Wenn man in der zweiten Hälfte solche Chancen nicht verwertet, dann kann man ein Spiel auch verlieren. Das haben wir getan“, bilanzierte Huub Stevens mit bitterer Miene. Keinen Grund sich zu beklagen hatten die Wolfsburger. Ihre 0:1-Niederlage beim Club war das, was die 90 Minuten hergaben. „Wir waren nicht bereit, den Ball festzuhalten und mit vollem Einsatz dagegen zu halten. Die Defensive stand bis auf die entscheidende Situation gut. Die Niederlage haben wir selbst verschuldet“, fand Lorenz-Günther Köstner passende Worte.

      Im Prinzip waren es in nahezu allen Begegnungen des zehnten Spieltags Nuancen, die über die Punktevergabe entschieden. Das spiegelte sich in den knappen Resultaten wider und nicht zuletzt auch im Tabellenbild. Die große Ausnahme verkörperte der FC Bayern, mit Schlüsselspieler Ribery als Offensivmotor in seinen Reihen, der souverän die Erwartungen erfüllte und das Leistungsgefälle zum 0:3 unterlegenen HSV aufdeckte. „Von einem Sieg waren wir weit entfernt“, räumte der nicht als Tiefstapler bekannte Thorsten Fink ein, derweil sein Gegenüber Jupp Heynckes von „Allererster Sahne“ sprach, als er auf die Leistung seiner Elf einging. Tabellarisch zahlte sich der Sieg durch einen auf sieben Zähler angewachsenen Vorsprung auf die punktgleichen Verfolger Schalke und Frankfurt aus. Die nunmehr sieben Spiele in Serie ungeschlagenen Leverkusener pirschten sich nach ihrem 3:2-Derbyerfolg gegen Düsseldorf auf den vierten Rang vor. Wie am vorigen Spieltag, als Bayer mit einem kuriosen Doppelkopfball-Treffer zu einem Torerfolg kam (Sam köpfte gegen Boatengs Haupt), waren die Werkskicker erneut an einer solchen Einlage beteiligt. Diesmal zu ihrem Nachteil: Fortuna-Stürmer Rafael nahm per Kopfball Topraks Schädel als Bande, um den Ball ins Netz zu bringen. Leverkusens Sieg konnte diese Slapstick-Nummer allerdings nicht gefährden.
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      Ein seltenes Bild: Alle vier Nordklubs, einträchtig im Mittelfeld versammelt, schaufelten zugleich jeweils drei Punkte auf ihr Konto. Zusammengezählt blieb die Summe dieser Erfolge jedoch hinter dem Punktepolster zurück, das die Bayern auf den nächsten Ve

      15 Punkte Vorsprung - der FC Bayern dürfte schon Platzkarten für den Rathausbalkon in Druck geben. Derweil der 4:0-Sieg des Tabellenführers gegen geschwächte Schalker eine reine Formsache war, leistete sich der amtierende Titelhalter einen schmerzhaften und unerwarteten 1:4-Ausrutscher gegen den Hamburger SV. Dortmund hielt trotzdem den zweiten Platz, da Leverkusen in Mönchengladbach einen möglichen Sieg verpasste. „Mit dem 3:3 können wir zufrieden sein“, meinte Lucien Favre. Da Frankfurt gegen Nürnberg nur unentschieden spielte, womit auch in dieser Begegnung die Gastgeber gut bedient waren, blieben die Champions-League-Anwärter auf den Plätzen zwei bis vier unverändert in der Reihe. Dasselbe Tabellenbild der Vorwoche spiegelte sich am Ende des Klassements wider. Nur der FC Augsburg baute seinen Kontostand ein wenig aus (1:1 gegen Mainz). „Wir sind ungeschlagen in diesem Jahr, das gibt uns Selbstvertrauen“, beschwor FCA-Trainer Markus Weinzierl die Serie der Schwaben. Greuther Fürth (0:1 gegen Wolfsburg) und Hoffenheim (0:1 in Hannover) gingen leer aus.

      Das zwischen Platz fünf und 15 einzuordnende Mittelfeld wurde wieder einmal kräftig umgepflügt. Werder Bremen hielt zwar als einziges Team dieses Tabellenteils seinen Platz (Rang 11), verbesserte jedoch dank des 4:1-Auswärtssieges beim VfB seine Lage erheblich. Man bekam die Europa-League-Plätze wieder in direkte Schlagdistanz und konnte erstmals in der Saison zwei Siege am Stück feiern. Freiburg machte aufgrund seines am Ende glücklichen 1:0-Sieges über Düsseldorf (Christian Streich: „Ein Unentschieden wäre nach dem Spielverlauf auch in Ordnung gewesen“) den Sprung auf Rang fünf, und auch der VfL Wolfsburg sprang drei Ränge hoch (auf 12). Bedenklich war dieser Spieltag speziell für Schalke und Stuttgart: Man hatte nicht nur hohe Niederlagen eingefangen, die Negativ-Serien verlängert und war in der Tabelle nach unten gerutscht, sondern hatte auch noch schwach gespielt. „Uns fehlt zurzeit das Selbstvertrauen. Wir sind in einer Phase, in der uns Kleinigkeiten zurückwerfen“, zielte Bruno Labbadias Analyse auf ein fehlendes Erfolgserlebnis der Schwaben ab. Die Schalker durften sich zugute halten, dass eine klare Niederlage beim FCB derzeit nichts Ungewöhnliches darstellt; zudem beklagen die Königsblauen den Ausfall etlicher Stammkräfte. „Dennoch müssen sich diejenigen, die auf dem Platz stehen, mehr wehren“, forderte Horst Heldt.


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      Der enteilte FC Bayern setzte einsam seinen Erfolgslauf fort, derweil der Abstiegskampf wohl vorzeitig auf ein Trio reduziert erscheint. Stuttgart landete einen wichtigen Dreier.

      Das prägende Moment des 22. Spieltages war im Tabellenkeller zu finden. Als deutlich abgeschlagen musste das Trio Hoffenheim, Augsburg und Greuther Fürth schon seit Längerem bezeichnet werden. Die Niederlagen aller drei Abstiegsaspiranten erweiterte nun jedoch die Lücke zwischen Rang 16 und 15 auf zehn Punkte. Ein Rückstand, der, bei halbwegs realistischer Betrachtung, den Beteiligten für den Rest der Saison nichts anderes als den Dreikampf um Relegationsplatz 16 hinterließ. 1899 Hoffenheim verpasste, nachdem man die Niederlagen des FCA und Greuther Fürths registriert hatte, am Sonntag im Heimspiel gegen den VfB eine große Chance, sich abzusetzen. „Auf Platz 15 sollten wir uns nicht mehr konzentrieren nach so einer Niederlage“, erklärte Marco Kurz umgehend die Situationsveränderung. „Ein, zwei Spieler hatten Normalform, der Rest nicht. Das ist alarmierend für die nächsten Spiele“, schimpfte Manager Andreas Müller. Die Augsburger, nach wie vor lediglich einen Zähler hinter den Kraichgauern, unterlagen in Leverkusen nur knapp. „Wir müssen auch gegen einen solch starken Gegner noch mehr an uns glauben“, predigte Markus Weinzierl. Der Spielverlauf bestätigte ihn; Augsburg war nicht so weit von einem Punkterfolg entfernt. Greuther Fürth musste sich indes bei seinem Keeper bedanken, dass man sich bei Mitaufsteiger Fortuna Düsseldorf keine demoralisierende Niederlage einfing. Es war gewiss nicht so, dass die Fortuna die SpVgg an die Wand spielte. Eine ganze Reihe von Klasseparaden Hesls hielten den Gästen jedoch bis zum Schluss die Option, zumindest einen Zähler zu retten. Am Gegentor konnte er nichts machen.

      Business as usual an der Spitze: Die Bayern hatten mehr mit Personalfragen zu kämpfen (Robben sauer, da nicht in der Startelf/Gerüchte über Lewandowski-Transfer) als mit dem Gegner. Wenngleich Wolfsburg sich gut verkaufte, war der Münchner Sieg ungefährdet. Dortmund bestätigte seinen zweiten Platz mit einem überzeugenden 3:0-Erfolg (dreimal Reus) über Frankfurt, der zugleich die Hessen distanzierte. „Wir haben gegen eine bessere Mannschaft verloren“, redete Armin Veh Klartext. Dank ihres frühen Vorsprungs konnten die Dortmunder den Gegner auch in Unterzahl (31., Gelb-Rot für Schieber) kontrollieren. Leverkusen blieb dank seines Arbeitssieges gegen den FCA am BVB dran. Freiburg (3:2 in Bremen) und der Hamburger SV (1:0 gegen Gladbach) hießen die großen Gewinner in Sachen Europa-League-Platzierung. „Der Sieg für Freiburg ist absolut verdient. Wir haben zu unruhig und viel zu wild gespielt“, nahm Werder-Coach Thomas Schaaf die vierte Heimniederlage der Grünweißen sportlich hin. HSV-Trainer Thorsten Fink formulierte trotz der besten Saisonplatzierung der Rothosen (Rang 6) Kritik: „Ich wünsche mir, dass wir noch besser Fußball spielen“. Mit einem engagierten Auftritt in Sinsheim (Bruno Labbadia: „Wir haben uns den Sieg erkämpft“) landete der VfB Stuttgart nach zuvor fünf Niederlagen einen Befreiungsschlag. Die jeweiligen 2:2-Punkteteilungen zwischen Mainz und Schalke sowie Nürnberg und Hannover veränderten die Lage jener Klubs nur minimal. Nürnberg vergrößerte seinen Vorsprung auf die Abstiegsränge ein wenig, derweil Mainz, Schalke und die 96er ein wenig Boden auf die EL-Ränge verloren.

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